Arbeitsschwerpunkte des Science Circles im Rahmen des NRW-Forschungsverbunds Rehabilitationswissenschaften

Forschungsfelder der Deutschen Rentenversicherung:

  • Das Schwerpunktfeld 'Arbeitswelt und Rehabilitation' setzt sich mit Fragestellungen zur weiteren berufsbezogenen Ausgestaltung der medizinischen Rehabilitation auseinander. Dabei geht es zum einen um eine engere Verzahnung von Rehabilitation sowie Prävention mit der realen Arbeitswelt und ihren Akteuren. Zum anderen um die Implementierung der Perspektiven betrieblicher Gesundheitsförderung und -management in den rehabilitativen Kontext.
  • Das Schwerpunktfeld 'Patientenorientierung' widmet sich der partizipativen Einbindung von Rehabilitanden in den Prozess ihrer Rehabilitation. Sie sind an der Maßnahmenvorbereitung (z.B. Beteiligung an Forschung, Vorbereitung auf Behandlung, gemeinsame Ziel-Vereinbarungen) als auch an der Maßnahmendurchführung (z.B. passgenauere Behandlung) beteiligt.
  • Die Untersuchungen des Schwerpunktfeldes 'Wirksamkeit und Nachhaltigkeit' zielen darauf ab wirksamkeits- und nachhaltigkeitsrelevante personen- und umweltbezogene Einflussfaktoren zu identifizieren und somit Möglichkeiten zur Optimierung relevanter Interventionen zu schaffen.

 

Forschungsschwerpunkte des Science Circles:

Transfer. Von der Forschung in die Praxis – aus der Praxis in die Forschung. Um hier eine gemeinsame Grundlage für die Förderung des Austauschs zwischen Praxis und Forschung zu legen, wurde in einer gemeinsamen Veranstaltung mit dem Titel „Reha-Praxis und Reha-Forschung im (Un-)gleichgewicht. Information, Austausch, Kooperation – Ein Brückenschlag zwischen Praktikern und Forschenden in der medizinischen Rehabilitation“ im Oktober 2017 in Bielefeld durchgeführt. Ansprechpartner: Jochen Heuer und Philipp Preßmann

Internationalisierung. Die Rehabilitationsforschung ist in Deutschland auf einem hohen Entwicklungsstand. Im Vergleich zu anderen Disziplinen ist ihre internationale Perspektive allerdings eingeschränkt. Das hat theoretische, methodische und praktische Implikationen. Ziel des Science Circles ist es daher, zur Internationalisierung in der Rehabilitationsforschung und -praxis beizutragen. Hierfür bauen wir u.a. ein wissenschaftliches Netzwerk auf, um den Austausch zwischen Rehabilitationswissenschaftlern/innen aus unterschiedlichen Ländern zu fördern und die internationale Sichtbarkeit der Rehabilitationsforschung in Deutschland zu erhöhen. Ansprechpartner: Patrick Brzoska

Umweltfaktoren in der medizinischen Rehabilitation Die Projektarbeitsgruppe widmet sich auf der Grundlage des Modells der Funktionsfähigkeit und Behinderung der WHO (2001) den Umweltfaktoren, die im Rahmen der Rehabilitation eine Relevanz für die Förderung von Teilhabe (potenziell) innehaben. In einem ersten, von 2014 bis 2016 von der GfR e.V. geförderten Projekt wurden anhand von einer umfangreichen Dokumentenanalyse, drei Experten-Workshops sowie Gruppendiskussionen in acht Einrichtungen der medizinischen Rehabilitation mit Mitarbeitenden Bedarfe und Bedürfnisse zur Berücksichtigung von Umweltfaktoren zusammengetragen und Handlungsempfehlungen für die Praxis und die Forschung abgeleitet. Die Ergebnisse dienen als Grundlage für die fokussierte Weiterbeschäftigung mit ausgewählten Umweltfaktoren. Ansprechpartner: Anke Menzel-Begemann und Thorsten Meyer

Ressourcen. In der psychosozialen Versorgung gehören die persönlichen und umweltbezogenen Ressourcen zu den bedeutenden Wirkfaktoren im Behandlungsprozess. Wesentliche Voraussetzungen für eine erfolgreiche Ressourcenaktivierung beim Patienten sind die Einnahme einer ressourcenorientierten Grundhaltung der Behandler sowie die fachkompetente Umsetzung dieser inneren Haltung in praktisches Handeln. Die Realisierung ressourcenorientierter Diagnose- und Behandlungsmethoden geht somit nicht nur mit Interventionen für Patienten auf der Verhaltensebene, sondern auch mit Schulungen für die Behandler auf der Verhältnisebene (Setting) einher. Obwohl die Ergänzung problemorientierter Konzepte um ressourcenfokussierte Ansätze auch im rehabilitativen Bereich notwendig und wünschenswert ist, gibt es in Bezug auf die systematische Ressourcenaktivierung bislang keine spezifisch für den Kontext der Rehabilitation entwickelten Programme oder Interventionen. Das Ziel dieses Forschungsvorhabens besteht deshalb darin, indikationsübergreifende Interventionen zu entwickeln, die ressourcenorientierte Maßnahmen auf der Verhaltens- und Verhältnisebene integrieren und die somit eine Ressourcenförderung im rehabilitativen Kontext ermöglichen. Ansprechpartner: Jens Hinrichs, Andrea Christoffer und Thomas Altenhöner 

Vereinbarkeit Pflege und Beruf. Niedrige Geburtenraten und eine steigende Lebenserwartung stellen die Gesellschaft in Deutschland und somit auch die Arbeitswelt vor Herausforderungen. Immer mehr Beschäftigte müssen Erwerbstätigkeit mit der Übernahme der häuslichen Pflege von pflege­bedürftigen Angehörigen vereinbaren. Die erwerbstätigen, pflegenden Angehörigen empfinden die Übernahme der pflegerischen Versorgung oftmals als belastend. Als stärkster Belastungsfaktor werden Konflikte zwischen Erwerbstätigkeit und Pflegeaufgaben angegeben. Die erwerbstätigen, pflegenden Ange­hörigen müssen die an sie gestellten Erwartungen in der jeweiligen Rolle erfüllen: Zum einen die fürsorgliche Pflegeperson und zum anderen die Beschäftigte, die den alltäglichen Herausforderungen und Aufgaben am Arbeitsplatz gerecht wird. Diese Doppelbelastung nimmt Einfluss auf die eigene Gesundheit und auf das Berufsleben. Pflegende Angehörige weisen im Vergleich zu nicht-pflegenden Personen häufiger ein reduziertes Wohlbefinden, Stress und psychische Störungen auf. Die hier aufgeführten gesund­heitlichen Einschränkungen aber auch finanzielle, emotionale und physische Belastungen können bei den erwerbstätigen, pflegenden Angehörigen zu erhöhten Arbeitsunfähigkeitszeiten führen, bis hin zu einem (vorübergehenden) Ausstieg aus dem Beruf. Vor diesem Hintergrund beschäftigt sich die Projektgruppe mit der Frage, welche Unter­stützungs­möglichkeiten erwerbstätige, pflegende Angehörige benötigen, damit die Doppelbelastung nicht zum Ausstieg aus dem Beruf führt. Ansprechpartnerinnen: Britta Magers und Lisa Johanna Stahl 

Methoden - Relevanz vs. Signifikanz. Der Forschende steht am Anfang einer Idee immer vor der Herausforderung: „Was genau möchte ich eigentlich erforschen und was ist das Ziel?“ Für das Vorhaben müssen entsprechend eine Zielgröße und der erwartete Effekt festgelegt werden. Dabei stehen nicht die signifikanten Effekte im Vordergrund, sondern die relevanten Aspekte. Die relevanten Aspekte können aus verschiedenen Perspektiven betrachtet werden. Zum Beispiel aus Sicht des Patienten, des Praktikers, der Gesellschaft und aus Sicht des Forschenden. Die Forschenden beispielsweise haben Kenntnisse zu einem Thema aus der Fachliteratur, der Patient hingegen aus seinen eigenen Erfahrungen. Aus Sicht der Gesellschaft können volkswirtschaftliche Aspekte eine Rolle spielen. Letztendlich muss sich der antragstellende Forschende für eine Perspektive entscheiden. Die Projektgruppe hat ein Diskussionspapier mit dem Titel "Dann können wir endlich zeigen, dass das was bringt" veröffentlicht. Ansprechpartnerin: Odile Sauzet

Methoden - Qualitätskriterien von Erhebungsinstrumenten. Es existieren eine Reihe von validierten, zielgruppenspezifischen Erhebungsinstrumenten und die technischen Voraussetzungen für die Entwicklung von Erhebungsinstrumenten sind gegeben. Häufig gibt es allerdings keine Informationen darüber, was die erhobenen „Zahlen“ bedeuten. Auch bei Veränderungsmessungen (z.B. prä-post Vergleich in der Reha) ist unklar, was die Veränderungswerte konkret aussagen und inwieweit sie klinisch relevant sind (und zwar aus Sicht des Patienten als auch aus Sicht des „Anwenders“). Die Projektgruppe wird sich zunächst im Rahmen eines Workshops der Frage widmen, nach welchen Kriterien Forschende Erhebungsinstrumente auswählen. Ansprechpartnerin: Odile Sauzet

 

Geförderte Projekte

Aus den Projektgruppen sind bereits Projektideen in die Antragstellung gegangen. Diese Forschungsvorhaben werden durch Drittmittel gefördert:

Abgeschlossene Projekte