Netzwerkkarten Post-COVID-Syndrom

Details

Projektnummer WFL254108
Projektbeginn 01.08.2026
Projektende 31.01.2029
Projektleitung Löwenstein, Heiko, Prof. Dr.; Nos, Carmen
Projektmitarbeiter Schulte-Uebbing, Niklas
Einrichtung Katholische Hochschule Nordrhein-Westfalen
Kontaktanschrift

Carmen Nos,

katho, Abteilung Aachen

Robert-Schuman-Str. 25

52066 Aachen

Förderer Deutsche Rentenversicherung Westfalen
Abstract Menschen mit postinfektiösem Syndrom stehen bei der beruflichen Teilhabe vor besonderen Herausforderungen. Fluktuierende Symptome, eingeschränkte Belastbarkeit und häufig unsichtbare Beeinträchtigungen erschweren standardisierte Verfahren der beruflichen Reintegration. Gleichzeitig sind am Beratungs- und Wiedereingliederungsprozess zahlreiche institutionelle Akteur*innen (InstA) beteiligt, deren Zusammenspiel bislang nicht systematisch untersucht wurde. Eine zentrale Teilgruppe dieser InstA sind Sozialarbeiter*innen in Rehabilitationskliniken, die im Wiedereinglie- derungsprozess für die Betroffenen häufig als erste beratende Ansprechpartner*innen fungieren und damit eine Schlüsselrolle in der beruflichen Reintegration einnehmen. Ziel des Projekts ist es, eine netzwerkanalytische Bestandsaufnahme der formellen und informellen Unterstützungsstrukturen für Menschen mit postinfektiösem Syndrom in NRW zu erstellen. Analysiert werden sowohl egozentrierte Unterstützungsnetzwerke der Betroffenen (Mikroebene) als auch Kooperations-, Verweisungs- und Wissensbeziehungen der am Rehabilitationsprozess beteiligten InstA (Makroebene). Die Auswahl der Betroffenen erfolgt entlang zentraler Diversitätskriterien (u. a. Geschlecht, Alter, ärztlich bestätigte Diagnose, Bildungs- und Erwerbsbiografie, Migrations- und Sorgekontexte) sowie entlang der Heterogenität der Krankheitsverläufe (z.B. geprägt durch eine Post-Exertionelle Malaise), um unterschiedliche Reintegrationsverläufe sowie strukturelle Benachteiligungen und spezifische Hürden sichtbar zu machen. Methodisch kombiniert das Projekt qualitative Netzwerkinterviews mit Betroffenen zu ihren individuellen Settings (N1) und stark strukturierte Telefoninterviews mit InstA (N2) mittels geschlossener Fragen zu deren Vernetzung untereinander. Im Fokus steht die Identifikation von Gelingensfaktoren in der informellen und formellen Unterstützung hin zu einer nachhaltigen beruflichen Reintegration, aber auch Schnittstellenprobleme, Versorgungslücken sowie Wissens-, Kommunikationsdefizite. Zentrale wissenschaftliche Outputs sind eine empirisch fundierte Typologie der InstA, die deren Netzwerkpositionen, Kooperationsmuster sowie rehabilitationsbezogene Wissens- und Krankheitsannahmen systematisch verknüpfen, sowie eine differenzierte Analyse der von Betroffenen genutzten Unterstützungsnetzwerke. Das beantragte Vorhaben betrifft den Bereich der Transferforschung: In zwei partizipativ ausgerichteten Transferwerkstätten werden empirische Befunde gemeinsam mit Betroffenen und InstA (insgesamt pro Transferwerkstatt ca. 20 TN) sowie dem Beirat interpretiert, kritisch eingeordnet und in Handlungswissen überführt. Als zentrales praxisnahes Ergebnis soll, ausgehend von der empirisch fundierten Netzwerkkarte, welche den Ist-Stand der institutionellen Unterstützungsstrukturen abbildet, eine Netzwerkkarte erarbeitet werden, die Strukturen und die Zusammenarbeit der unterschiedlichen Beteiligten darin unter den gegebenen Möglichkeiten optimiert. Ergänzend finden zwei Online-Transferveranstaltungen für alle am Forschungsprozess beteiligten Akteur*innen (Betroffene/InstA) statt, die der Diskussion, Vernetzung und Dissemination der Ergebnisse sowie der gemeinsamen Reflexion des partizipativen Forschungsprozesses dienen.
Telefon (0241)600038001
E-Mail c.nos@katho-nrw.de
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