MBOR-plus: Effekte eines Fallmanagements nach MBOR auf die berufliche Reintegration von Patienten mit Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten

Details

Projektnummer RFN14005
Projektbeginn 01.07.2016
Projektende 31.08.2019
Projektleitung Prof. Viktoria Arling; Dr. Hartmut Pollmann
Projektmitarbeiter Janika Thielecke; Janina Fischer, Frauke Huth
Einrichtung Institut für Psychologie, RWTH Aachen; Klinik Niederrhein der DRV Rheinland
Kontaktanschrift

Institut für Psychologie, RWTH Aachen

Jägerstr. 17-19

52066 Aachen

0241 80-93992 (Prof. Arling)

mborplus@refonet.de

Förderer refonet
Assoziierung NRW-Verbund Rehabilitationswissenschaften
Registrierung DRKS00011350
Abstract Ziel des Projektes ist (a) die Einführung eines Fallmanagement nach stationärer MBOR für Patienten mit Magen-Darm-Erkrankungen bzw. Stoffwechselerkrankungen, die besondere berufliche Problemlagen (BBPL) haben und (b) die wissenschaftliche Evaluation der Wirksamkeit und Effekte des Fallmanagement auf die berufliche Reintegration. Mit der stärkeren Fokussierung auf berufliche Problemlagen von Patienten in der medizinischen Rehabilitation werden seit 2013 flächendeckend Angebote hierfür in den Rehabilitationseinrichtungen vorgehalten. Im Rahmen des aktuellen Vorgehens, werden die Patienten hinsichtlich ihrer besonderen beruflichen Problemlagen entweder durch den Kostenträger gescreent und entsprechend gezielt zugewiesen oder durch ein Screening in der Klinik als BBPL-Patienten klassifiziert. So werden auch in der Klinik Niederrhein Patienten mit besonderen beruflichen Problemlagen und entsprechendem MBOR-Bedarf zu Beginn ihres Klinikaufenthaltes einem Screening zum individuellen Bedarf unterzogen. Eine entsprechend beruflich orientierte Therapie wird für diese Patienten neben der spezifischen Behandlung von Erkrankung und Funktionsstörungen angeboten. Bei schwacher Motivation zur Bearbeitung der beruflichen Problemlage nehmen diese Patienten an einer Reihe von Seminaren teil, die sich auf die BBPL oder/und die arbeits- und sozialrechtliche Situation beziehen (MBOR-Stufe 1). Liegt bereits eine ausreichend hohe Motivation vor, partizipieren die Versicherten zusätzlich zu MBOR-Stufe 1 an einem intensiven Gruppenprogramm zur Bearbeitung der BBPL (MBOR-Stufe 1 plus MBOR-Stufe 2). Im Rahmen dieses Projektes soll das aktuelle Vorgehen um ein Fallmanagement ergänzt werden – als MBORplus. Da der Transfer vom Kliniksetting in den Alltag sich jedoch häufig als schwierig gestaltet, wird Patienten angeboten, sie zur weiteren Bearbeitung ihrer BBPL auch nach dem Klinikaufenthalt zu betreuen. Ziel dieses Fallmanagement ist die Aufrechterhaltung der Betreuung über den Zeitraum der eigentlichen Rehabilitation hinaus, um die individuelle Motivation der Versicherten langfristig zu stabilisieren und Hilfestellung zur beruflichen Integration zu geben. Durch eine enge Anbindung der klinikinternen MBOR-Module mit dem Fallmanagement mittels einer durchgängigen Betreuung der Rehabilitanden durch das Klinikpersonal angestrebt. Diese Betreuung basiert auf Zielvereinbarungen bzw. konkreten Zielsetzungen und entsprechenden To-Do-Listen mit dem Fallmanager. Durch das individualisierte Fallmanagement ergibt sich die Relevanz für den Einzelnen unmittelbar. Um die Wirksamkeit und Effekte der Intervention (MBOR und Fallmanagement) auf den beruflichen Reintegrationserfolg beurteilen zu können, findet eine externe wissenschaftliche Evaluation des Projektes durch die RWTH Aachen auf formativer und summativer Ebene statt. Zur Absicherung der Ergebnisse werden neben der erfolgreichen Wiedereingliederung auch psychologisch relevante Faktoren, wie Motivation und Selbstwirksamkeitserwartung, mit berücksichtigt. Das Studiendesign sieht drei Gruppen vor, die an unterschiedlichen Interventionen (MBOR-Stufe 1,MBOR-Stufe 2 und MBORplus) teilnehmen. Das primäre Zielkriterium ist die berufliche Wiedereingliederung (Arbeitsfähigkeit, sozialversicherungspflichtige Beschäftigung) und wird zu insgesamt vier Messzeitpunkten neben weiteren Kontroll- und Erfolgsvariablen erhoben.
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