Wissenschaftliche Begleitung der Entwicklung und Durchführung einer Konzeption zum Aufbau eines durch ehrenamtliche Mitarbeiter betriebenen Service-Centers zur Verbesserung der Teilhabe von sehgeschädigten Menschen am Arbeitsplatz (ISCAS)

Details

Projektnummer RFN11003
Projektbeginn 01.11.2012
Projektende 30.11.2014
Projektleitung Prof. Viktoria Arling
Projektmitarbeiter Christian Geipel, Jürgen Hüllen, Angelika Kutsch, Judith Gecht
Einrichtung Institut für Psychologie, RWTH Aachen
Kontaktanschrift

Institut für Psychologie, RWTH Aachen

Jägerstr. 17-19

52066 Aachen

0241 80-93992 (Prof. Arling)

ISCAS@refonet.de

Förderer refonet
Assoziierung NRW-Verbund Rehabilitationswissenschaften
Abstract Im Jahr 2001 wurde im Kapitel 7 des SGB IX erstmals der Integrationsfachdienst (IFD) als Instrument für die Verbesserung der beruflichen Teilhabe von Menschen mit Behinderung in Deutschland eingeführt. In der Folge wurden Integrationsfachdienste flächendeckend eingerichtet. In den vergangenen Jahren war die Erschließung von geeigneten Arbeitsplätzen auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt eine der wesentlichen Aufgaben der Integrationsfachdienste und wurde von vielen behinderten Menschen in Anspruch genommen. Aber auch Arbeitgeber bedienten sich gerne der fachkundigen Unterstützung der Integrationsfachdienste, so dass viele Arbeitsplätze unter Mitwirkung von Integrationsberatern erst entstanden sind und gleichzeitig auf Fehl- oder Unwissen basierende Vorbehalte gegenüber behinderten Menschen abgebaut werden konnten. Seit der im Jahr 2009 durch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales getroffenen Entscheidung, dass die Leistungen Integrationsfachdienste zukünftig der Ausschreibungsverpflichtung unterliegen, haben sich die Integrationsämter bzw. Hauptfürsorgestellen auf Ihre Kernaufgaben der Betreuung zum Erhalt von Arbeitsplätzen und der Unterstützung beim Übergang (z.B. Schule-Berufsausbildung) zurückgezogen. Für das Rheinland hat das LVR-Integrationsamt entsprechend entschieden, dass nur noch behinderte Menschen mit einer Beauftragung durch den zuständigen Reha-Träger in der Integrationsvermittlung unterstützt werden. Behinderte Menschen ohne Anspruch auf Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben können durch die Integrationsfachdienste nicht mehr betreut werden. Damit können diese Menschen nur noch durch ihre zuständige Agentur für Arbeit bzw. ARGE Hilfe erfahren. Besonders im Bereich der blinden und hochgradig sehbehinderten Menschen ist diese Entscheidung äußerst problematisch, da gerade der Personenkreis mit einer Sinnesbehinderung schnell an seine Grenzen stößt. So kann zum Beispiel ein blinder Mensch keine Stellenangebote recherchieren, wenn er hierfür keine private Ausstattung besitzt. Er kann die regionale Zeitung nicht selbst lesen, keine Stellenbörsen im Internet sichten und bei der Agentur für Arbeit im Stelleninformationsservice (SIS) selbst nach Stellenangeboten schauen. Sollte er dann, auf welchem Wege auch immer, sich einmal bewerben wollen, dann fehlen ihm hierzu die Medien, da er als blinder Mensch ohne zur Verfügung stehende Blindentechnik quasi zum Analphabeten geworden ist. Wer hat die Kompetenz und die Zeit, dem Menschen mit visuellen Einschränkungen zu helfen? Gegenstand des Projektes ist der nachhaltige Aufbau und Betrieb eines Integrations-Service-Centers für erwerbslose Menschen mit Sehbehinderung, das diese Lücke für die Betroffenen möglichst zeitnah schließen soll. Wesentlichste Besonderheit an diesem Projekt ist, dass dieses Servicecenter überwiegend von ehrenamtlichen Mitarbeitern betrieben wird. Sowohl im Projektzeitraum als auch nach Beendigung des Projektes erfährt das Integrations-Service-Center personelle und infrastrukturelle Unterstützung durch das Fachpersonal des Berufsförderungswerks Düren. Weitere Zielsetzung des Projektes ist die Sicherstellung der Nachhaltigkeit des Service-Centers durch entsprechende Auswahl, Schulung und Förderung der ehrenamtlichen Mitarbeiter. Die im Projekt gewonnenen Ergebnisse und Erfahrungen sollen unter anderem auch als Grundlage für den Transfer zu anderen Projekten mit ehrenamtlichen Service-Elementen dienen.
Publikationen

Dürener Zeitung; regionale Presse

Tag der offenen Tür BFW Düren, 15.04.2013

Sight City in Frankfurt, 24.-26.04.2013

Informationsveranstaltung für Interessenten am Ehrenamt, 11.09.2013

Pressekonferent im BFW Düren zu dem Projekt und dem Informationstag, 06.11.2013

Informationsveranstaltung für Interessenten am Ehrenamt im BFW Düren, 13.11.2013

Informationsveranstaltung, 24.01.2014

Zeißig, H.; Integrations-Service-Center für Arbeitssuchende mit Sehschädigung

Jahrestagung GRVS 2017 in Bad Neuenahr

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