GUTmind: Hybrides psychotherapeutisches Konzept für Menschen mit chronisch-entzündlichemn Darmerkrankungen (CED). Entwicklung und Evaluation des strukturierten GUTmind-Programms

Details

Projektnummer VFR25002
Projektbeginn 01.07.2026
Projektende 30.09.2029
Projektleitung Dr. med. Harald Fischer
Projektmitarbeiter Christina Müller, Rosemarie Hillebrand, Annalena Scholz
Einrichtung IfR Norderney, Abteilung Bad Driburg
Kontaktanschrift

Dipl.-Psych. Rosemarie Hillebrand, Institut für Rehabilitationsforschung Norderney (IfR), Abteilung Bad Driburg, Tel.: 05253 970-106, E-Mail: ifr.bad-driburg@ifr-norderney.de

Förderer Deutsche Rentenversicherung Westfalen
Abstract Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen (CED) wie Morbus Crohn und Colitis ulcerosa belasten Betroffene körperlich wie psychisch stark. Sie führen häufig zu frühzeitiger Erwerbsunfähigkeit. Begünstigt durch die bidirektionale Darm-Hirn-Achse sowie die vielfältige körperliche Symptomatik treten zudem psychische Komorbiditäten überdurchschnittlich häufig auf. Bis zu einem Drittel der Betroffenen leidet unter Angstsymptomen, rund ein Viertel unter depressiven Symptomen. Kognitiv-verhaltenstherapeutische und achtsamkeitsbasierte Ansätze können die Lebensqualität nachweislich verbessern und das Stressempfinden senken, was wiederum die Entzündungsaktivität positiv beeinflusst. Während für den ambulanten Bereich fundierte Erkenntnisse vorliegen, fehlt es im stationären Rehabilitationssektor bislang an systematisch evaluierten, differenzierten Therapieprogrammen. Das Forschungsprojekt schließt diese Versorgungslücke. Gemeinsam mit den Rehabilitanden/-innen wird ermittelt, wie eine moderne, individuelle Unterstützung für CED-Betroffene aussehen muss. Das Ziel ist es, gesundheitsfördernde Alltagsveränderungen zu festigen, Schubauslöser zu erkennen und die gesundheitsbezogene Lebensqualität sowie das seelische Wohlbefinden nachhaltig zu stabilisieren. Basierend auf Erkenntnissen vorausgegangener Untersuchungen bei chronischen Erkrankungen (Diabetes mellitus oder Adipositas) und unserer laufenden Nachsorgestudie (RoReNa+) wurden zwei Programme entwickelt, die sich in Art, Umfang und Dauer unterscheiden. Sie werden in der Studie vergleichend untersucht, um zukünftig bedarfsgerechte Angebote für die Regelversorgung zu etablieren. Ein fester Baustein beider Programme ist die digitale Unterstützung über eine Webseite und eine App (eine sogenannte Progressive Web App, kurz PWA): Die Webseite bietet Wissens- und Schulungsmodule zur Indikation CED sowie ein digitales Tagebuch (RORENASPlus) zum Selbstmonitoring von Gesundheitsdaten. Die App (RORENASPlus) ermöglicht ein schnelles, alltagsoptimiertes Selbstmonitoring und liefert eine Übersicht über den Krankheitsverlauf. Es wird erwartet, dass das hybride Konzept – bestehend aus Face-to-Face-Interventionen und digitalen Tools – die gesundheitsbezogene Lebensqualität stabilisiert und das seelische Wohlbefinden der Betroffenen verbessert. Webseite und App fungieren hierbei als begleitende Unterstützung, die die therapeutischen Präsenzinhalte im Hintergrund flankiert. Diese Verknüpfung verspricht eine hohe Adhärenz und erleichtert den dauerhaften Transfer der Behandlungserfolge in den Alltag. Die Evaluation dieser differenzierten Ansätze leistet einen wesentlichen Beitrag zur zukünftigen CED-Therapie. Das Vorhaben dient als Modell für eine zeitgemäße, digital gestützte Rehabilitationsmedizin, die sich eng am tatsächlichen Versorgungsbedarf der Rehabilitandinnen und Rehabilitanden orientiert.
Telefon 05253/970525
E-Mail harald.fischer@drv-westfalen.de
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